Ebay-Chef Zoll über den Wandel zum Social Commerce
12.05.2010
Viele Händler haben sich das Internet lange nur angeschaut. Doch die Einstellung zum Netz ändert sich gerade. Inzwischen planen viele mit ein- oder sogar zweistelligen Umsatzanteilen im Internet. Das war vor einem oder zwei Jahren noch nicht der Fall.
Ebay kämpft an vielen Fronten. Große Marken hersteller müssen überzeugt, kleine Händler dabei aber nicht verschreckt werden. Zudem wächst der Wettbewerb, da große Offline-Anbieter wie Media Markt jetzt ins Netz drängen. Auch eine Antwort auf Facebook und Co. steht noch aus. Denn: "Der Wandel zum Social Commerce ist grundlegend. Ebay muss Nutzungsformen finden, die zum sozialen Internet passen, damit wir in zehn Jahren noch so im Geschäft sind wie heute", sagte Deutschland-Chef Stephan Zoll der FAZ.
Viele Händler auf Ebay sind unzufrieden. Mit Ihrem Service, klagen über zu häufige Änderungen der Geschäftsbedingungen oder den Paypal-Zwang. Wo liegen die Knackpunkte?
Ebay hat sich in den vergangenen beiden Jahren stark an den Käufern orientiert, damit diese weiter auf die Plattform kommen wovon die Händler und Verkäufer natürlich am Ende auch profitieren. Viele Änderungen waren daher insbesondere für den Käufer gut, bedeuteten aber für Händler einen Mehraufwand oder eine Umstellung. Nehmen wir zum Beispiel die Umstellung des Bewertungssystems für Händler. Das hat zuerst viel Unruhe gestiftet, aber die meisten Händler finden dies inzwischen grundsätzlich gut. Nach meiner Auffassung hat sich das Verhältnis zu den Händlern im vergangenen Jahr eher verbessert als verschlechtert. Aber das eine oder andere Mal schießen wir noch über das Ziel hinaus, zum Beispiel bei der Abschaffung der Versandkosten. Das haben wir in der Zwischenzeit wieder relativiert. Grundsätzlich ist Ebay wieder auf dem Weg, Händlern eine verlässliche Verkaufsplattform zu bieten.
